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Meine Schwenker-Geschichte

Den Seitenwagen montierte ich bei ca. 70.000 km. Bis heute habe ich mit der Maschine insgesamt über 130.000 km zurückgelegt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Breite, gibt es für mich mittlerweile nichts Schöneres als Schwenker-Fahren. Das einzigste Manko ist die eingeschränkte Schräglage in Rechtskurven und dass man in Staus nicht mehr durch die Mitte fahren kann. Auch die eingeschränkte Bodenfreiheit ist von Nachteil, denn der Schwenkerrahmen und der Unterzug sind doch sehr dicht über dem Boden, so dass ich an so mancher Bordsteinkante hängen geblieben bin und etwas von meinem roten Lack hinterlassen habe.

Als ich den Seitenwagen damals erwarb, sagte mir jemand: „Wenn der einmal dran ist, dann baust du den sowieso nicht mehr ab.“ Ich muss sagen, er hatte recht! Selbst bei Alpen-Touren, wo ich ihn leicht hätte zu Hause lassen können, nahm ich den Gepäckwagen mit. Jetzt wird mancher sagen: mit so einer Bremse in den Alpen?? Die würden sich aber wundern, wie zügig man mit so einem Gespann unterwegs sein kann. Das Fahren mit einem solchen Gespann in den Alpen mit einer reinen Solo-Truppe ist doch sehr anspruchsvoll, die Überholvorgänge sollten gut bedacht sein und auch auf engen winkeligen Straßen wird die Straße manchmal recht eng. Gerade in Linkskurven ist so ein Schwenker-Gespann breiter als ein Auto und wenn dann rechts noch Felswände sind und ein Bus oder LKW entgegenkommen, macht man sich auf dem Motorrad schon mal recht schmal.

Der Reifenverschleiß am Hinterrad des Motorrades war auf meiner ersten Alpen-Tour Richtung Südfrankreich im Gespannbetrieb doch erschreckend. Im Solo-Betrieb wäre ich mit den Reifen noch bis nach Hause gekommen, aber so konnte ich mir an der Cote d´ Azur einen neuen Reifen genehmigen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Frankreich die Motorradreifen nur beim Motorradhändler und nicht wie hier, beim einschlägigen Reifenfachhandel. Mangels Auswahl musste ich anstatt meines bevorzugten Pirelli Phantom auf einen Michelin Macadam zurückgreifen. Dieser Reifen hat mich auf der Rückfahrt und mit seiner Laufleistung von fast 7.000 km überzeugt, so dass ich seit dem nur noch diesen Reifen verwendet habe. Der Pirelli war nach 5.000 km blank. Der Seitenwagenreifen hält im Schnitt mindestens 25.000 km.

Der Spritverbrauch lag im Gespannbetrieb bei 10 Litern. Durch Einstellung einer anderen Zündkurve an meiner nachgerüsteten elektronischen DMC 2 Zündung liegt der Spritverbrauch zur Zeit bei 8 bis 8,5 Litern.

Zur Zeit liegt die Le Mans zerlegt im Keller zwecks Umbau, aber das ist eine andere Geschichte. Näheres findet ihr auf meinen Umbau-Seiten. Außerdem habe ich mir bei Armec in der Schweiz einen neuen Unterzug für die Moto Guzzi V10 Centauro Sport anfertigen lassen, so dass ich den Seitenwagen wahlweise an der Centauro und der Le Mans fahren kann. So habe ich genügend Zeit um in aller Ruhe den Le Mans-Umbau fertig zu stellen.
Bilder findet Ihr unter Le Mans Gespann!